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X-Alps erstmals durch den Piemont

July 10, 2017

Medienmitteilung vom 10. Juli 2017 1445 Uhr – Chrigel Maurer am 8. Red Bull X-Alps

 

Erfolgreicher Sonntag für Chrigel Maurer: Der Oberländer erreichte am frühen Morgen in einer vierstündigen Wanderung von Täsch aus den Theodulpass, wo er nach zweistündiger Wartepause wegen Regens ideale Bedingungen für einen Gleitflug ins Aostatal vorfand. Dann fällte Maurer eine ungewöhnliche Entscheidung: Erstmals führt ihn der Weg nach Monaco über Turin. Ein Gebiet, wo es normalerweise nicht oder nur schlecht zu fliegen ist.


Nein, das hätte keiner gedacht, dass es für Chrigel Maurer derart einfach wird: Nach dem morgendlichen Aufstieg über 1'800 Höhenmeter zum neben dem Matterhorn liegenden Theodulpass konnte er nur darauf warten, dass sich Regen und Nebel verziehen, und anschliessend durch das Tournenchetal ins Aostatal abgleiten. Hier stellte sich nun die Frage, die für den Ausgang des X-Alps entscheidend wurde: Links oder rechts? Rechts, also im Westen, warteten die französischen Alpen, für welche bis zum Mittwoch starke Höhenwinde und eine tiefe Wolkenbasis unter 3'000 Meter warteten, sowie ein Umweg von 100 Kilometer und endlos viele Höhenmeter. Links lockte die Fläche von Turin (Fussweg etwa 330 Kilometer bis Monaco), wo aber normalerweise wenig Fliegbares vorhanden ist, im Moment aber durch ebendiese Höhenwinde die schwere Luft des Grossraums Turin aufgemischt wird und möglicherweise entlang der Alpi Cozie doch einige Strecke gemacht werden kann. Die zweite Variante würde auch Fussmärsche im Flachen ermöglichen, so dass Chrigel spätestens am Mittwochabend in Monaco eintreffen würde. "Wenn es am Mittwoch aber in Frankreich super fliegt, könnten die Verfolger an einem einzigen Tag nach Monaco fliegen", waren gestern Abend Chrigel's Überlegungen. Trotzdem entschied er sich jetzt für die östlichere Route westlich der Grossstadt Turin dem Mittelmeer entgegen. Noch nie in der Geschichte des X-Alps ist ein Athlet derart weit östlich dem Mittelmeer entgegen gezogen. Man darf gespannt sein, wie erfolgreich diese Strategie schlussendlich sein wird.
Mit einem abschliessenden 20-Kilometer-Fussmarsch erreichte er jedenfalls noch gestern Abend den Piemont. In Tavagnasco war dann nach diesem erfolgreichen Tag auf Grund der zu erwartenden Gewitter vorzeitig Feierabend - Erholung und gut essen standen im Vordergrund. Auch heute Morgen eilte es dem Team SUI1 nicht besonders mit Aufbrechen, konnten die Drei doch bis sieben Uhr ausschlafen.

 

Das Knie "auf der Kippe"

Die Sehnenansatzentzündung am rechten Aussenknie macht Maurer ernsthaft zu schaffen. Flache Stücke schmerzen, während es auf Bergstrecken einfacher geht. Gestern Abend hat sich nun im Bereich der Verletzung auch noch die Haut aufgelöst, so dass die kühlen Essigumschläge extrem brennen. Das Knie hat sich in der Nacht aber recht gut erholt, so dass Chrigel heute Morgen früh gut zum Startplatz auf 1'500 Meter Höhe aufsteigen konnte. Er wird darauf achten müssen, möglichst wenig Flachstücke mehr gehen zu müssen, und dies zu tun, was er am besten kann: Fliegen.
Bis zum Mittag konnte Chrigel mal wieder weiter fliegen als befürchtet. Soeben ist ihm auf der Höhe von Turin die Thermik ausgegangen. Er steigt wieder auf und will es bald nochmals probieren. Aufsteigen ist für Chrigel's Knie momentan kein Problem. Schmerzen bereitet ihm nur das Vorwärtsbewegen im Flachen.
Der zweitplatzierte Benoît Outters bezog einen Nachtpass und lief die ganze Nacht durch, konnte somit auch bereits den Turnpoint Matterhorn abhaken und ins Aostatal fliegen. Somit konnte er vorübergehend den Rückstand auf Chrigel auf 50 Kilometer reduzieren. Das war's denn auch schon in Sachen Fliegen für heute für den Franzosen, denn im Aostatal werden Gewitter für den Rest des Tages ein Weiterfliegen wohl verunmöglichen.

 

Die beiliegenden Bilder 

11/12    Supporter Tobias Dimmler (r.) assistiert Chrigel Maurer im Aufstieg zum Theodulpass.
11/13    Chrigel startet auf dem Theodulpass zu seinem Abgleiter ins Aostatal.
12/2    Nach der Landung im Aostatal, die ersten Regentropfen kommen. 
12/3    Fans überall: Kaum ist Chrigel irgendwo gelandet, kommen die ersten Fans angefahren.
12/5    Der lange Weg vom Aostatal in den Piemont....
12/8    Navigation ist alles: Das Team SUI1 ist mehrfach mit Geräten ausgestattet.
12/11    Chrigel allein auf weiter Flur im strömenden Regen.
12/13    Etwas Abwechslung der Autobahn nach Turin entlang: Ein Fan begleitet Chrigel für paar Hundert Meter.
12/17    Auch jetzt noch für Spässe aufgelegt: Rennen auf der Strassenmauer.
12/26    Start von Chrigel Maurer heute Morgen auf dem Cavallaria hoch über Ivrea.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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