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Nach dem X-Alps ist vor dem X-Alps

July 16, 2017

Medienmitteilung vom 15. Juli 2017 1700 Uhr – Chrigel Maurer am 8. Red Bull X-Alps
 

Chrigel Maurer und seine Familie sind heute Morgen mit einer Nachtfahrt nach Frutigen zurückgekehrt. Dies nach einer ausgiebigen Feier mit Siegerehrung im Hafen von Monaco, umrahmt von Luxusjachten, Sportwagen und leuchtender Ausgangsmeile. Ein kleiner Ein- und Ausblick zum Schluss dieser Berichterstattungs-Serie im Rahmen des 8. X-Alps, mit einigen zufällig herausgepflückten Athleten.

 

Nein, so hätte er es sich nicht vorgestellt, der Sebastian Huber: Achter Rang am 8. X-Alps. Dies zwei Jahre nachdem er als Rookie mächtig Dampf gemacht hatte und mit nur 18 Stunden Rückstand auf Chrigel Maurer Zweiter geworden war. Entsprechend war der Deutsche vor dem Rennen Anfang Juli der meistgenannte Favorit auf den Sieg am 8. X-Alps, galt als der Herausforderer, welcher in der Lage sei, dem vierfachen Sieger Chrigel Maurer den Zahn zu ziehen. Sogar Chrigel selber sagte anlässlich der Medienkonferenz respektvoll: „Der Huber ist enorm fit. Ihn werde ich nur mit einer ausgeklügelten Strategie schlagen können.“ In der Folge konnte Huber sein Potenzial aber nicht ausschöpfen und figurierte während mehrerer Tage im Mittelfeld.Gestern Abend nach Rennschluss erschien der 31-jährige Förster zur Siegerehrung in bayerischen Leder-Latzhosen und Sandalen; sein verschmitztes sympathisches Lächeln verriet, dass Huber auch mit dem 8. Rang zufrieden ist. „Aber jetzt ist Schluss damit. Ich trete in zwei Jahren nicht mehr an.“ Immerhin versuchte Chrigel, den Huber noch für's X-Pyr vom Juli 2018 zu überreden. Dieser lehnte jedenfalls nicht ab. Ob's dann schlussendlich doch noch nicht das letzte X-Alps gewesen sein soll, bleibe mal dahingestellt.

 

Bis auf drei Absenzen erschien gestern Abend das gesamte Starterfeld zur Siegerehrung – eine Hommage an den fünffachen Sieger des X-Alps, Chrigel Maurer. Handshakes und viel zu diskutieren war angesagt während des Apéros und anschliessenden Buffets im edlen Stars'n'Bars unmittelbar am Quai von Monte Carlo, ein Dutzend Schritte von Millionen teuren Luxusjachten entfernt. Die französische Fliegerstaffel flog an diesem 14. Juillet, dem Nationalfeiertag von Frankreich, ein kurzes Demonstrationsprogramm. Und ja, sie duften stolz sein, die Franzosen, denn nach dem Ausfall von Gaspard Petiot, der Chrigel Maurer auf der ersten Streckenhälfte ganz schön einheizte und nicht locker liess, übernahm Benoît Outters diese Rolle, verfolgte Maurer stets mit einem Rückstand von rund 50 Kilometer und erreichte das Ziel am Donnerstagmittag schliesslich nur 1:45 Stunden hinter dem Sieger als Zweiter: „Ich bin unglaublich glücklich darüber, denn ich habe ja eigentlich gewonnen – hinter demjenigen, der sowieso immer gewinnt.“ Und auch der am Comersee verunfallte Gaspard Petiot liess sich in Monaco sehen – mit eingegipstem Handgelenk und leicht schleppendem Gang. „Alles okay, ich werde wieder gesund und komme wieder.“

 

An der Feier mit dabei war auch Krischa Berlinger. Der 36-jährige Zürcher war der zweite Schweizer im X-Alps-Teilnehmerfeld, musste das Rennen aber wegen eines Muskelfaserrisses aufgeben. Unglaublich: Berlinger versuchte alles, um das Ausscheiden zu verindern, wanderte sogar einen ganzen Tag rückwärts gehend weiter.

 

An der Party dabei natürlich auch Toma Coconea. Der einzige Athlet, der bisher an sämtlichen acht X-Alps teilgenommen hat, verfehlte den zehnten Rang nur knapp, womit ihm 1'500 Euro Preisgeld entgingen. Dem 42-jährigen Marathonmann aus Rumänen, der vor bereits zehn Jahren hinter Alex Hofer Zweiter geworden war, war nicht anzusehen, dass er über 900 Kilometer (!) Laufen in den Beinen hatte. Er alberte herum und spürte angeblich kaum eine Muskelfaser, im krassen Gegensatz etwa zum US-Amerikaner Jesse Williams, der kaum noch auf den Beinen stehen konnte. Und ja, er kommt wieder, der Toma. Ganz sicher - im 2019!

 

Der Holländer Ferdinand Val Schelven schaffte bei seiner vierten X-Alps-Teilnahme sein bestes Resultat und verfehlte das Podest der besten Drei nur knapp, Vierter.

 

Pal Takats beging auf dem vierten Platz liegend im Veltlin eine Luftraumverletzung und musste zur Strafe 48 Stunden sitzen bleiben. Ohne diesen Patzer hätte der 32-jährige Ungare garantiert einen Podestplatz gesichert, vielleicht wäre er sogar noch Chrigel gefährlich geworden; zum Zielschluss war Takats nur noch 86 Kilometer vor Monaco. Auf ihn gilt es in zwei Jahren am 9. X-Alps ein Auge zu werfen.

 

Ganze fünf Kilometer fehlten Paul Guschlbauer für ins Ziel, als das Zieltor am Freitag um 1130 Uhr geschlossen wurde. Um diese Zeit landete der zweimalige X-Alps-Dritte (2011, 2015) am Strand von Menton. „Ich zog es vor, gleich ans Meer zu fliegen und mir endlich ein Bad zu gönnen“, so der 33-jährige Österreicher, der zum erweiterten Favoritenkreis gezählt hatte. Guschlbauer wurde somit zum dritten Mal X-Alps-Dritter.

 

Und Chrigel Maurer? Der war gestern froh, seinem seit dem zweiten Renntag entzündeten Knie nun endlich Ruhe gönnen zu können, gab sich happy und aufgestellt. Ausschlafen und noch mehr schlafen im Schatten der Bäume am Meeresstrand den Freitag hindurch war angesagt. Der Frutiger machte schon zu Beginn des Jahres kein Geheimnis daraus, den fünften X-Alps-Sieg anzustreben. Entsprechend grosser Druck lastete vor dem Rennen auf Chrigel's Schultern. Kam dazu, dass zunächst alles gegen ihn lief: Eine Woche vor dem X-Alps-Start hatte er sich eine Erkältung eingefangen, litt zur Wochenmitte sogar an Fieber. Dadurch konnte er am Pflichtprolog vom Donnerstag nicht teilnehmen, was ihm eine Zeitstrafe von zweieinhalb Stunden bescherte. Und seine grössten Konkurrenten Coconea und Huber lösten ausgerechnet gleich in der ersten Rennnacht den Nachtpass, durften also die ganze Nacht durchrennen. Mit einigem Rückstand und rangmässig am Rand des letzten Ranglistendrittels hob Chrigel am zweiten Renntag dann aber vom Kreuzkogel ab und flog am gesamten Feld vorbei an die Spitze, die er danach nur noch ganz kurz für einige Kilometer an den Gaspard Petiot abgeben musste.Chrigel blickte gestern schon wieder in die Zukunft: „Es ist sicher nicht so, dass ich jetzt in den Ruhestand treten werde. Das Fliegen ist mein Leben, und ein solches Abenteuer ist von seiner Natur her schon extrem spannend; unabhängig davon, ob man es gewinnt oder nicht.“ Nächstes Jahr findet im französisch spanischen Grenzgebiet wieder das X-Pyr statt. und in zwei Jahren wieder das X-Alps. Es darf davon ausgegangen werden, dass Chrigel Maurer dort wieder dabei sein wird. Nach dem X-Alps ist halt vor dem X-Alps. Chrigel strebte die fünf Siege an, „weil eine Hand schliesslich auch fünf Finger hat.“ Nun gibt es ja aber noch die andere Hand....

 

Die beiliegenden Bilder

25/13+17 Wenn auch die Supporter nach Monaco fliegen dürfen: Nach X-Alps-Sieger Chrigel Maurer genossen in den Abendstunden auch seine beiden Supporter Tobias Dimmler und Bruno Petroni den Abgleiter vom Ziel in Peille ans Mittelmeer.

25/23 Das erfolgreiche Team SUI1 mit Chrigel Maurer: Der fünfte Sieg ist Tatsache.

27/4 Ungewohntes Bild: Der Teambus SUI1 neben den Luxusjachten des Hafens von Monte Carlo.

27/9 Lädiert: Chrigel Maurer's Knie und der Knöchel sind angeschlagen. Endlich kann er sich erholen.

27/10 Gespräch zwischen Favoriten: Chrigel Maurer (rechts) trifft an der Siegerehrung den bayerischen Herausforderer Sebastian Huber.

27/12 14. Juillet: Die französischer Kunstflugstaffel überfliegt die Mittelmeerküste von Marseille nach Menton.

27/15 Das Team SUI1 mit Chrigel's Familie in der Lounge von Stars'n'Bars. Im Hintergrund der Hafen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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